Arbeitsvermittlung - Zeitarbeit - Arbeitslosigkeit - Weiterbildung

Zusammenhänge erkennen      -     Handlungen verstehen     -     Entscheidungen mitgestalten  

Donnerstag, 22 November 2018

Beratungsgespräch beim Arbeitsvermittler

Grundlagen

Beschreibung

Allgemein

Die Beratung durch den Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit wird nach Terminvereinbarung durchgeführt. 

Sie als Arbeitsuchender unterliegen beim Kontakt mit der Arbeitsvermittlung gewissen Pflichten. Diese ergeben sich aus Ihrem Status:

  • "arbeitslos" oder "arbeitsuchend in der Aktionszeit" 
        Pflichten:
        Zumutbarkeit (§140 SGB III)
        Meldepflicht (§309 SGB III)
        Eigenbemühungen (§37 (2) Nr. 3 SGB III).
  • "arbeitsuchend/ratsuchend" in ungekündigtem Beschäftigungsverhältnis
        Pflichten:
        Eigenbemühungen (§37 (2) Nr. 3 SGB III).

Erstberatung

Vorbereitung

Sie kommen im Beratungsgespräch mit Ihrem Arbeitsvermittler nur zum Ziel, wenn Sie sich darauf vorbereiten. Dazu gehören folgende Überlegungen:

  • Müssen meine beruflichen Kenntnisse erneuert oder ergänzt werden?
  • Welche (alternativen) Tätigkeiten kommen für mich in Betracht?
  • Welche maximale Entfernung zur Arbeit sind für mich noch tragbar? Was hindert mich an längeren Fahrzeiten?
    Diese Überlegung sollte unabhängig von der Zumutbarkeitsregel nach §140 Abs. 4 SGB III erfolgen.
  • Benötige ich Hilfe für das Bewerbungsverfahren? Warum? In welcher Form?
    Praktische Hilfe gibt es durch Bewerberseminare oder Coaching (§45 SGB III). 
    Finanzielle Hilfen sind aus dem "Vermittlungsbudget" möglich(§ 44 SGB III). 
  • Gibt es Hinderungsgründe für eine Arbeitsaufnahme die behoben werden müssen?  
    Bspw. bevorstehende Operation.
  • Welche Bewerbungen habe ich bisher unternommen? Notieren! 
  • "Arbeitspaket Teil 3" vorab an den Arbeitsvermittler senden. Sie erhalten es, wenn Sie sich bei der Agentur für Arbeit anmelden. Mit dem Inhalt des Arbeitspakets kann sich Ihr Arbeitsvermittler auf das Gespräch vorbereiten.

Beratungsgespräch

Ihre Daten (Kenntnisse, Wünsche usw.) werden mit der Lage auf dem erreichbaren Arbeitsmarkt abgeglichen, um so notwendige Handlungsbedarfe zu ermitteln. Mögliches Ergebnis: Berufliche Kenntnisse sind veraltet - Weiterbildung könnte helfen.

Zum Ende der Beratung wird eine "Eingliederungsvereinbarung (EV)" geschlossen.  Darin werden unter anderem Ihre Aufgaben bis zur nächsten Beratung festgeschrieben (Eigenbemühungen) . 

Lassen Sie sich möglichst Ihr " persönliches Profil", das bei der Beratung erstellt wurde, ausdrucken. So können Sie feststellen, ob die von Ihnen angestrebte Tätigkeit und Ihre Kenntnisse und Lebenslaufeinträge richtig erfasst wurden. 
 

Folgeberatung

Vorbereitung

Folgende Überlegungen sind wichtig:

  • Haben ich die in der "Eingliederungsvereinbarung" festgeschriebenen "Eigenbemühungen" unternommen? 
  • Hat sich für mich eine neue Situation ergeben?
    (Umzug geplant, fehlende berufl. Kenntnisse usw.) 
  • Ergebnisse der Vermittlungsvorschläge des Arbeitsvermittlers durchgehen. Notieren?

Gespräch

Mögliche Themen:

  • Was wurde im letzten Gespräch vereinbart? (Eingliederungsvereinbarung)
  • Ihre bisherigen Bewerbungsaktivitäten?
  • Haben sich neue Sachverhalte ergeben?
  • Vereinbarung der nächsten Aktivitäten.

 

Begriffe

Aktionszeit

Die Zeitspanne vom Tag der frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung nach § 38 Abs.1 SGB III bis zum Beginn der Arbeitslosigkeit. Weiterer Bezeichnung: „Job-to-Job-Phase“.

Ratsuchende

Ratsuchende sind Personen, die nicht arbeitslos sind und auch keine konkrete Arbeitsvermittlung wünschen, sondern nur eine Beratung zu Arbeitsmarkt, Weiterbildung o.ä. wünschen.

 

Literatur

 

 

 

Unsere Beiträge basieren zu einem großen Teil auf Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Von der BA müssen jedoch nicht alle Regelungen veröffentlicht werden (Schutzbedürftigkeit).Auch kann sich deren Auslegung regional unterscheiden (Ermessen). So ist es möglich, dass trotz sorgfältiger Recherchen tatsächliche Entscheidungen/Handlungen der Arbeitsvermittlung von unseren Schlussfolgerungen abweichen. Unsere Beiträge stellen deshalb nur unsere Meinung dar und sollen Sie zur weiteren Nachfrage anregen.
Deshalb: Reden Sie vor einer Entscheidung immer mit der Arbeitsvermittlung oder ggf. mit einem Rechtsbeistand.

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