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Mittwoch, 08 April 2020

Arbeitsunfähig

Allgemein

Der Begriff der "Arbeitsunfähigkeit" richtet sich nach den "Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien". Er hat während der Beschäftigung eine andere Bedeutung als in der Arbeitslosigkeit.

Beschäftigung: Sie sind arbeitsunfähig, wenn Sie Ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können (§ 2 Abs. 1).
Arbeislosigkeit: Sie sind arbeitsunfähig, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, leichte Arbeiten zu verrichten (§ 2 Abs. 3). Ihre frühere Tätigkeit ist hier ohne Bedeutung. 

AU im Übergang zur Arbeitslosigkeit 

Sie sind über die Beschäftigung hinaus weiter krank geschrieben? In der Regel besteht dann zunächst ein Anspruch auf Krankengeld. Melden Sie sich in diesem Fall aber nicht erst nach Ende der Arbeitsunfähigkeit persönlich bei der Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit. Melden Sie sich bereits dann, wenn das Ende der Krankheit konkret feststeht. Der Antrag auf Arbeitslosengeld kann in die Zukunft, also dem ersten Tag der Arbeitsfähigkeit, gestellt werden. 

AU in der Arbeitslosigkeit

Sie müssen den Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Arbeitsagentur unverzüglich anzeigen. Das Arbeitslosengeld wird in der Regel bis zu 6 Wochen weitergezahlt.

AU unter 6 Wochen

Tritt wieder Arbeitsfähigkeit ein, sollten Sie die Agentur für Arbeit vorsorglich unterrichten.

AU über 6 Wochen

Dauerte eine Erkrankung über 6 Wochen, wird die Arbeitslosengeldzahlung eingestellt. Nach erfolgter Genesung ist dann eine erneute Arbeitslosmeldung und Antragstellung erforderlich. 

WICHTIG: Eine erneute persönliche Arbeitslosmeldung ist auch erforderlich, wenn Ihre Arbeitsunfähigkeit während einer Ruhenszeit (z.B. Sperrzeit) endet. Auch dann, wenn die AU unter 6 Wochen gedauert hat und Sie kein Krankengeld von Ihrer Krankenkasse bezogen haben. 

Arbeitsunfähigkeit und Sperrzeit

Das Alg ruht bspw. während einer Sperrzeit oder Anrechnung einer Abfindung. Wenn die Arbeitsunfähgkeit in dieser Zeit beginnt, sollten Sie nach Eintritt der Arbeitsfähigkeit sofort in der Arbeitsvermittlung vorsprechen. Gehen Sie vorsorglich davon aus, dass für die Weiterzahlung des Arbeitslosengeldes eine erneute Antragstellung und persönliche Arbeitslosmeldung beim Arbeitsvermittler notwendig ist.

Medizinische Rehabilitation

Während bestimmter medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen der Krankenkasse bzw. Deutschen Rentenversicherung wird Arbeitslosengeld als Lohnfortzahlung im Rahmen von § 146 SGB III weitergezahlt. Die Art der Maßnahmen sind als Anlage den Fachlichen Weisungen zu § 146 SGB III beigefügt.

Höhe des Krankengeldes

Die Höhe des Krankengeldes kann sich nach unterschiedlichen Kriterien richten.

  • In einer Beschäftigung
    In der Regel 70% des zuvor bezogenen Arbeitsentgelts, max. 90% des Nettoarbeitsentgelts (§ 47 SGB V)
  • Im Arbeitslosengeldbezug
    In der Regel Höhe des Arbeitslosengelds, also ca. 60/67% des maßgeblichen früheren Nettolohns (§ 47b SGB V)

Es macht also einen Unterschied, ob eine Arbeitsunfähigkeit

  1. bereits gegen Ende eines Beschäftigungsverhältnisses beginnt und in die Arbeitslosigkeit hineinreicht
    -oder-
  2. erst nach Beginn des Arbeitslosengeldbezugs eintritt.

Im ersten Fall zahlt die Krankenkasse nach Ende der Beschäftigung in der Regel weiter. Arbeitslosengeld ist dann erst nach der Arbeitsunfähigkeit zu beantragen.

 

Fundstellen

Begriff der Arbeitsunfähigkeit
In der Beschäftigung/in der Arbeitslosigkeit § 2 Abs. 1 bzw. 3 der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie

Anspruch auf Alg während Reha-Maßnahme
Anlage zu § 146 SGB III  


 

Links

"Krankschreibung - Krankengeld"
www.patientenberatung.de
UPD