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Mittwoch, 07 Oktober 2020

Arbeitsunfähig krank - vor und während Arbeitslosigkeit

Allgemein

Krank im Übergang zur Arbeitslosigkeit

Arbeitsunfähig in der Arbeitslosigkeit

Arbeitsunfähigkeit und Sperrzeit

Medizinische Rehabilitation

Höhe Krankengeld

Krankengeld -Alg-Höhe

Allgemein

Der Begriff der "Arbeitsunfähigkeit" richtet sich nach den "Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien". Er ändern sich mit Beginn der Arbeitslosigkeit.

Beschäftigung: Sie sind arbeitsunfähig, wenn Sie Ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können (§ 2 Abs. 1).
Arbeislosigkeit: Sie sind nur dann arbeitsunfähig, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, leichte Arbeiten zu verrichten (§ 2 Abs. 3). Ihre frühere Tätigkeit ist hier ohne Bedeutung. 

Krank im Übergang zur Arbeitslosigkeit 

Sie sind vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, also zum Ende der Beschäftigung arbeitsunfähig krank geschrieben? Dauert die Krankheit über die Beschäftigung hinaus an, besteht in der Regel zunächst ein Anspruch auf Krankengeld. Nach Ende der Beschäftigung wird in der Regel die Krankenversicherung Krankengeld zahlen. Auch dann, wenn Sie noch keine 6 krank sind. Eine Arbeitslosmeldung und Antragstellung ist erst zum Ende der Krankheit möglich.
Achtung: Haben Sie sich schon zum Ende der Beschäftigung arbeitslos gemeldet und einen Alg-Antrag erhalten, ist diese Meldung und der Antrag ungültig.

Melden Sie sich in diesem Fall aber nicht erst nach Ende der Arbeitsunfähigkeit persönlich bei der Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit. Melden Sie sich bereits dann, wenn das Ende der Krankheit konkret absehbar ist. Der Antrag auf Arbeitslosengeld kann in die Zukunft gestellt werden, wenn der das Ende der Krankheit feststeht.

Arbeitsunfähig in der Arbeitslosigkeit

Sie müssen den Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Arbeitsagentur unverzüglich anzeigen (§ 311 SGB III). Das Arbeitslosengeld wird in der Regel bis zu 6 Wochen weitergezahlt.

Krank unter 6 Wochen

Tritt wieder Arbeitsfähigkeit ein, sollten Sie die Agentur für Arbeit vorsorglich unterrichten.

Krank über 6 Wochen

Dauerte eine Erkrankung über 6 Wochen, wird die Arbeitslosengeldzahlung eingestellt. Nach erfolgter Genesung ist dann eine erneute Arbeitslosmeldung und Antragstellung erforderlich. 

WICHTIG: Eine erneute persönliche Arbeitslosmeldung ist auch erforderlich, wenn Ihre Arbeitsunfähigkeit während einer Ruhenszeit (z.B. Sperrzeit, Ruhen wegen Abfindung) endet. Auch dann, wenn die AU unter 6 Wochen gedauert hat und Sie kein Krankengeld von Ihrer Krankenkasse bezogen haben, müssen Sie sich umgehend neu persönlich arbeitslos melden. 

Arbeitsunfähigkeit und Sperrzeit

Das Alg ruht bspw. während einer Sperrzeit oder Anrechnung einer Abfindung. Wenn die Arbeitsunfähgkeit in dieser Zeit beginnt, sollten Sie nach Eintritt der Arbeitsfähigkeit sofort in der Arbeitsvermittlung vorsprechen. Gehen Sie vorsorglich davon aus, dass für die Weiterzahlung des Arbeitslosengeldes eine erneute Antragstellung und persönliche Arbeitslosmeldung beim Arbeitsvermittler notwendig ist.

Medizinische Rehabilitation

Während bestimmter medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen der Krankenkasse bzw. Deutschen Rentenversicherung wird Arbeitslosengeld als Lohnfortzahlung im Rahmen von § 146 SGB III weitergezahlt. Die Art der Maßnahmen sind als Anlage den Fachlichen Weisungen zu § 146 SGB III beigefügt.

Höhe des Krankengeldes

Die Höhe des Krankengeldes kann sich nach unterschiedlichen Kriterien richten.

  • In einer Beschäftigung
    In der Regel 70% des zuvor bezogenen Arbeitsentgelts, max. 90% des Nettoarbeitsentgelts (§ 47 SGB V)
  • Im Arbeitslosengeldbezug
    In der Regel Höhe des Arbeitslosengelds, also ca. 60/67% des maßgeblichen früheren Nettolohns (§ 47b SGB V)

Es macht also einen Unterschied, ob eine Arbeitsunfähigkeit

  1. bereits gegen Ende eines Beschäftigungsverhältnisses beginnt und in die Arbeitslosigkeit hineinreicht
    -oder-
  2. erst nach Beginn des Arbeitslosengeldbezugs eintritt.

Im ersten Fall zahlt die Krankenkasse nach Ende der Beschäftigung in der Regel weiter. Arbeitslosengeld ist dann erst nach der Arbeitsunfähigkeit zu beantragen.


Krankengeld - Berechnung Alg-Höhe

Um die Höhe des Arbeitslosengeldes zu ermitteln, wird das beitragspflichtige Arbeitsentgelt einer Beschäftigung herangezogen. Zeiten des Krankengeldbezuges werde nicht berücksichtigt (§ 151 Abs. 1 SGB III).

Fundstellen

Begriff der Arbeitsunfähigkeit
In der Beschäftigung/in der Arbeitslosigkeit § 2 Abs. 1 bzw. 3 der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie

Anspruch auf Alg während Reha-Maßnahme
Anlage zu § 146 SGB III


 

Grundlagen

 


 

Links

"Krankschreibung - Krankengeld"
www.patientenberatung.de
UPD