Arbeitsvermittlung - Zeitarbeit - Arbeitslosigkeit - Weiterbildung

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Freitag, 15 Mai 2020

Daten in der Jobbörse

Anonyme Veröffentlichung - ein Irrtum?

Bewerberdaten

Die persönlichen und beruflichen Daten von Bewerbern können in der Jobbörse veröffentlicht werden. Ausführliche Hinweise können dem Flyer "Die Jobbörse ... für Arbeitnehmer" der Agentur für Arbeit entnommen werden. 

Berufliche Daten

Wahlmöglichkeit:
Für jedes Beschäftigungsverhältnis im Lebenslauf besteht die Wahlmöglichkeit, ob die Daten

  • im Internet
    mit oder ohne Namen des Arbeitgebers veröffentlicht werden
    oder
  • die Veröffentlichung nur intern beim Arbeitsvermittler sichtbar ist.

Einzelne Einträge, bspw. kurze Beschäftigungsverhältnisse, können Sie für die Veröffentlichung sperren. Allerdings entsteht dann eine Lücke im Lebenslauf. Lassen Sie sich die Darstellung Ihrer Daten im Internet vom Arbeitsvermittler auf jeden Fall erläutern und ausdrucken.

Persönliche Daten

Außerdem besteht die Wahl, ob zusätzlich zu den beruflichen Daten auch die persönlichen Daten (Vorname, Name usw.) veröffentlicht werden sollen. Dabei ist zu bedenken, dass die Daten dann für jeden Interessierten im Internet abrufbar sind. Besser ist eine anonyme Veröffentlichung Ihres Lebenslaufs ohne persönliche Daten.

Alter und Geschlecht werden seit November 2018 in der Jobbörse nur noch veröffentlicht, wenn Sie dies wünschen. Es gilt Vor- und Nachteile abzuwägen. Arbeitsvermittler sollen Sie dabei beraten, aber Ihre Entscheidung nicht beeinflussen.

Daten kontrollieren

Wenn die Daten von Ihnen selbst in der Jobbörse erfasst werden, haben Sie auch die Kontrolle über deren Richtigkeit und Vollständigkeit.

Meist werden die Daten aber von der Agentur für Arbeit erfasst bzw. später bei jeder Änderung durch die Arbeitsvermittlung ergänzt. Der Lebenslauf ändert sich bspw. mit jeder auch noch so kurzen Bildungsmaßnahme. Deshalb sollten Sie Ihre Daten in regelmäßigen Abständen prüfen! Denn Daten können versehentlich falsch erfasst oder falsch veröffentlicht werden. 
Lassen Sie sich einen Ausdruck der veröffentlichten und nicht veröffentlichten Daten vom Arbeitsvermittler zur Prüfung aushändigen.

"Aanonyme" Veröffentlichung - ein Irrtum?

Es handelt sich hierbei um eine löchrige Anonymität. Die Veröffentlichung Ihres Profils in der Jobbörse erscheint zwar anonym. Registrierte Arbeitgeber können allerdings Ihre Kontaktdaten unter bestimmten Voraussetzungen einsehen (§ 8 Nutzungsbdingungen der Jobbörse).

Telefon-Nummer oder "Call-Me-Funktion"

Wenn Bewerber ihre Daten anonymisiert im Internet veröffentlichen lassen, laufen Kontakte interessierter Arbeitgeber über die Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit.

Damit Arbeitgeber auch bei anonymisierter Veröffentlichung direkt mit Bewerbern Kontakt aufnehmen können, kann die sogenannte "Call-Me-Funktion" der Arbeitsvermittlung genutzt werden. Der Arbeitgeber erhält bei diesem Verfahren von der Agentur für Arbeit eine Service-Nummer, über die er Sie telefonisch erreichen kann. Er kennt weiterhin weder Ihre richtige Telefon-Nummer noch Ihren Namen.

Schwachstelle
Wenn Anrufe von Arbeitgebern auf Ihrem Anrufbeantworter eingehen und Sie in der Ansage Ihren Namen hinterlegt haben, hat sich die Anonymität erledigt. Erreicht Sie der Arbeitgeber direkt, wird er vermutlich auch den Namen erfahren, zumal man sich üblicherweise mit diesem meldet.
Außerdem können sich über Call-me natürlich auch Arbeitgeber bei Ihnen melden, auf deren Anruf Sie garantiert nicht warten (bspw. Anbieter freiberuflicher Tätigkeiten). Wird Ihnen bei der telefonischen Kontaktaufnahme durch den Arbeitgeber ein Arbeitsplatz angeboten, können Sie ohne finanzielle Konsequenzen ablehnen. Grund: Sperrzeiten können nur eintreten, wenn Ihnen Stellenangebote

  • von der Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit
  • mit einer beigefügten Rechtsfolgenbelehrung

unterbreitet werden. Dies ist hier nicht der Fall.

Übrigens: Bewerber können die Veröffentlichung ihrer Daten in der Jobbörse untersagen. Da Arbeitgeber aber bei Stellenbesetzungen auch die Jobbörse nutzen, kann dies von Nachteil sein. Sie werden dann natürlich nicht gefunden.

Stellenangebote

Wie Bewerberdaten, so können auch offene Arbeitsplätze von Anbietern direkt in der Jobbörse veröffentlicht werden. Es können sich so, wie bei anderen Jobbörsen auch, unseriöse Angebote einschleichen.

 

Grundlagen

  • §40 SGB III
    Juris
  • Weisung 201811021 
    Alter und Geschlecht in der Jobbörse
    Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg
  • "VerBIS-Arbeitshilfe - Definition Lebenslaufeinträge"
    Umfang: ca. 400 KB
    -nicht veröffentlicht-
    "VerBIS-Arbeitshilfe -Sozialdatenschutz im Zusammenhang mit der Erfassung sensibler Daten und Veröffentlichung von Bewerberdaten in der JOBBÖRSE"
    Umfang: ca. 520 KB
    -nicht veröffentlicht-
    anfordern

Links

"Nutzungsbedingungen"
www.arbeitsagentur.de/nutzungsbedingungen-jobboerse
Bundesagentur für Arbeit

 

Flyer

"Die Jobbörse...Ein Leitfaden für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer"
con.arbeitsagentur.de/.../JOBBOERSE-de_ba015257.pdf 
Bundesagentur für Arbeit

"Die Jobbörse...Ein Leitfaden für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber"
www.con.arbeitsagentur.de/.../JOBBOERSE-Leitfaden_ba013310.pdf 
Bundesagentur für Arbeit

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