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Montag, 21 September 2020

Stellenvorschlag oder Stellenempfehlung

Allgemein

Stellenvorschlag mit Rechtsfolgenbelehrung

Stellenvorschlag ohne Rechtsfolgenbelehrung

Stellenempfehlung per Mail

Unfallversicherung

Allgemein

Sie werden von Ihrem Arbeitsvermittler auf offene Stellen in der Regel per Vermittlungsvorschlag oder Stelleninformation hingewiesen. Zu unterscheiden sind

  • Vermittlungsvorschlag mit Belehrung über die Rechtsfolgen
  • Vermittlungsvorschlag ohne Belehrung über die Rechtsfolgen
  • Stellenempfehlung per Mail (SE) ohne Belehrung

Hinweis: Ihr Arbeitsvermittler wird von Arbeitgebern oft nicht über alle Bedingungen des Stellenangebots informiert. Deshalb kann es passieren, dass das (Lohn-) Angebot eines Stellenvorschlag nicht zumutbar ist. Dadurch ist auch der Stellenvorschlag nicht zumutbar.

Stellenvorschlag mit Rechtsfolgenbelehrung SGB III

Auf einen "Stellenvorschlag mit Rechtsfolgebelehrung" müssen Sie reagieren / sich bewerben. Auch wenn Sie an der angebotenen Stelle nicht interessiert sind, besteht dann zumindest die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber Ihnen absagt oder dass beispielsweise der Lohn nicht zumutbar ist. Bewerben Sie sich nicht, entfallen für Sie diese "Chancen" einer Absage. Die Rechtsfolgenbelehrung, die Sie auf der Rückseite des Vermittlungsvorschlags finden, weißt darauf hin, dass eine Sperrzeit eintritt, wenn Sie keine wichtigen Gründe für eine Ablehnung nennen können. Lesen Sie auch unseren Beitrag "Arbeitsablehnung - wichtige Gründe gegen eine Sperrzeit". Natürlich können Sie vor einer Ablehnung oder Bewerbung mit Ihrem Arbeitsvermittler Kontakt aufnehmen um evtl. Missverständnisse zu klären. Missverständnisse können unter anderem dadurch auftreten, dass Sie der Arbeitsvermittlung nicht alle wesentlichen Umstände für die Arbeitsaufnahme erklärt haben.
Hinweis: Der Arbeitgeber schickt seinen Teil des Vermittlungsvorschlags, gegebenenfalls mit dem Vermerk "nicht vorgestellt", zurück. Die Agentur für Arbeit erfährt also, ob Sie sich beworben oder nicht beworben haben. Mögliche Rechtsfolgen (Sperrzeit) werden dann auf jeden Fall geprüft.

Auch in der Aktionszeit können Sie Vermittlungsvorschläge mit Rechtsfolgebelehrung erhalten. Und auch hier kann eine Ablehnung zum Eintritt einer Sperrzeit führen. Eine Sperrzeit tritt dann zu Beginn der Arbeitslosigkeit ein. Voraussetzung: Der im Vorschlag genannten Beginntermin liegt zeitlich nach ihrem Beschäftigungsende.
Die Aktionszeit reicht von der frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung bis zum Ende der Beschäftigung. 

Stellenvorschlag ohne Rechtsfolgenbelehrung SGB III

Auf einen "Stellenvorschlag ohne Rechtsfolgebelehrung" müssen Sie nicht reagieren. Eine Reaktion, wenn auch nur die Kontaktaufnahme mit Ihrem Arbeitsvermittler, ist aber immer von Vorteil und gehört zum guten Ton. Für eine Ablehnung sollten Sie möglichst Gründe nennen, obwohl dies nicht erforderlich ist. So kann Ihr Arbeitsvermittler künftige Vorschläge besser an Ihre Vorstellungen anpassen. Sofern Sie eine Nichtbewerbung nicht ansprechen, müssen Sie aber davon ausgehen, dass es Ihr Arbeitsvermittler anspricht. Denn auch Vorschläge ohne Rechtsfolgenbelehrung werden in Ihrer Datei vermerkt.

Stellenempfehlung per Mail (neu)


Seit Mai 2020 bietet die Agentur für Arbeit die Möglichkeit, Sie per Mail über passende Stellen zu informieren. Geregelt wird dies mit Weisung 202005004. Die Unterrichtung nennt sich "Stellenempfehlung (SE)". Gehen Sie davon aus, dass das Thema bei der nächsten Beratung von Ihr Arbeitsvermittler angesprochen wird, sofern dies noch nicht geschehen ist.

Wenn Sie von der Möglichkeit der Stellenempfehlung Gebrauch machen wollen, müssen Sie eine „Einwilligung zum Erhalt von Informationen zu Stellenangeboten per E-Mail“ unterschreiben. Diese wird bei der Agentur für Arbeit hinterlegt, kann aber jederzeit ohne Angabe von Gründen für die Zukunft widerrufen werden. In der Erklärung, die der oben genannten Weisung angehängt ist, wird ausdrücklich erwähnt, dass bei einer Nichtbewerbung keine Rechtsfolgen eintreten.  

Die Ihnen zugesandten Stellenempfehlungen werden in Ihren Kundendaten gespeichert. Sie müssen also davon ausgehen, dass Sie von Ihrem Arbeitsvermittler auch darauf angesprochen werden. Dies muss nicht zwingend negativ sein. Vielmehr kann ein Gespräch über Bewerbung/Nichtbewerbung zu einzelnen Stellenempfehlungen dazu beitragen, dass Sie künftig Stellenvorschläge und Stellenempfehlungen erhalten, die besser auf Ihr Suchprofil passen.

Unfallversicherung

Den Unfallversicherungsschutz der Agentur für Arbeit genießen Sie in der Regel dann, wenn Sie zu einer Handlung aufgefordert werden (§ 2 SGB VII). 

Die entsprechenden Bestimmungen besagen allerdings, dass es sich bei Vermittlungsvorschlägen ohne Rechtsfolgen nicht um eine Aufforderung der Agentur für Arbeit zur Vorstellung bei einem Arbeitgeber handelt. Die Absicherung durch die Unfallversicherung greift deshalb nicht.

Anzumerken ist, dass für die Abwicklung eines eventuellen Unfalls die "Unfallversicherung Bund und Bahn" zuständig ist. Ein Schadensfall müssen Sie der Agentur für Arbeit melden. Diese unterrichtet dann die Unfallversicherung.

Fundstellen

Fachliche Weisungen zu § 2 SGB VII:

  • Pkt. 2.10: Vorschlag ohne Rechtsfolgen - kein Versicherungsschutz

 

Grundlagen


Links

Text der Rechtsfolgebelehrung
Anlage 1 zu § 159 SGB III mit Fachlichen Weisungen
Bundesagentur für Arbeit




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