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Freitag, 10 Juli 2020

Stellenvorschlag oder Stelleninformation

Allgemein

Sie werden von Ihrem Arbeitsvermittler auf offene Stellen in der Regel per Vermittlungsvorschlag oder Stelleninformation hingewiesen. Zu unterscheiden sind

  • Vermittlungsvorschlag mit Belehrung über die Rechtsfolgen
  • Vermittlungsvorschlag ohne Belehrung über die Rechtsfolgen
  • Stelleninformation - grundsätzlich ohne Belehrung über die Rechtsfolgen.

Hinweis: Ihr Arbeitsvermittler wird von Arbeitgebern oft nicht über alle Bedingungen des Stellenangebots informiert. Deshalb kann es passieren, dass das (Lohn-) Angebot eines Stellenvorschlag nicht zumutbar ist. Dadurch ist auch der Stellenvorschlag nicht zumutbar.

Stellenvorschlag mit Rechtsfolgenbelehrung SGB III

Auf Stellenvorschläge mit Rechtsfolgebelehrung müssen Sie reagieren. Auch wenn Sie an der Stelle nicht interessiert sind, besteht dann zumindest die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber Ihnen absagt oder dass beispielsweise der Lohn nicht zumutbar ist. Bewerben Sie sich nicht, entfallen für Sie diese "Chancen" einer Absage. Natürlich können Sie vor der Bewerbung mit Ihrem Arbeitsvermittler Kontakt aufnehmen um evtl. Missverständnisse zu klären. Missverständnisse können unter anderem dadurch auftreten, dass Sie der Arbeitsvermittlung nicht alle wesentlichen Umstände für die Arbeitsaufnahme erklärt haben.
Hinweis: Der Arbeitgeber schickt seinen Teil des Vermittlungsvorschlags, gegebenenfalls mit dem Vermerk "nicht vorgestellt", zurück. Die Agentur für Arbeit erfährt also, was Sie unternommen oder nicht unternommen haben.

Stellenvorschlag ohne Rechtsfolgenbelehrung SGB III

Auf Stellenvorschläge ohne Rechtsfolgebelehrung müssen Sie nicht, sollten Sie aber reagieren. Dabei reicht als Reaktion, dass Sie Ihren Arbeitsvermittler darüber in Kenntnis setzen, dass Sie sich nicht bewerben. Dies sollten Sie allerdings auch begründen. So verhindern Sie für die Zukunft unpassende Stellenvorschläge. 

Auch in der Aktionszeit können Sie Vermittlungsvorschläge mit Rechtsfolgebelehrung erhalten. Und auch hier kann eine Ablehnung zum Eintritt einer Sperrzeit führen. Eine Sperrzeit tritt dann zu Beginn der Arbeitslosigkeit ein.
Die Aktionszeit reicht von der frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung bis zum Ende der Beschäftigung. 

Stelleninformation

Eine Stelleninformation ist ein Hinweis auf eine möglicherweise passende Stelle. Es besteht keine Pflicht zur Bewerbung. Aber auch hier sollten Sie ggf. bei der nächsten Vorsprache in der Agentur Ihren Arbeitsvermittler informieren.

Unfallversicherung

Dem Unfallversicherungsschutz der Agentur für Arbeit unterliegen Sie in der Regel dann, wenn Sie zu einer Handlung aufgefordert werden. 

Die entsprechenden Bestimmungen besagen allerdings, dass es sich bei Vermittlungsvorschlägen ohne Rechtsfolgen nicht um eine Aufforderung der Agentur für Arbeit zur Vorstellung bei einem Arbeitgeber handelt. Die Absicherung durch die Unfallversicherung greift also nicht.

Anzumerken ist, dass für die Abwicklung eines Unfalls die "Unfallversicherung Bund und Bahn" zuständig ist. Ein Schadensfall wird von der Agentur für Arbeit aufgenommen und dorthin gemeldet. 

 

Fundstellen

Fachliche Weisungen zu § 2 SGB VII:

  • Pkt. 2.10: Vorschlag ohne Rechtsfolgen - kein Versicherungsschutz

 

Grundlagen


Links

Text der Rechtsfolgebelehrung
Anlage 1 zu § 159 SGB III mit Fachlichen Weisungen
Bundesagentur für Arbeit




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