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Freitag, 31 Juli 2020

Nebentätigkeit in der Arbeitslosigkeit

Allgemein

Eine Nebentätigkeit darf Sie nicht hindern, eine Tätigkeit unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes aufzunehmen. Also eine Arbeit, für die Sie sich der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestellt haben. Liegt Ihre Nebentätigkeit innerhalb der von Ihnen angegebenen möglichen Arbeitszeit, müssen Sie diese kurzfristig aufgeben oder auf eine andere Zeit verschieben können.

Das gleiche gilt, wenn Ihnen von der Agentur für Arbeit eine (Bildungs-) Maßnahme angeboten wird.

Beispiel

  • Ihre Arbeitsbereitschaft: 8 Stunden zwischen 08.00h - 17.00h.
  • Ihre Nebentätigkeit: 2 Stunden von 10.00h - 12.00h.
  • Bei Angebot einer Beschäftigung müssen Sie die Nebentätigkeit kurzfristig aufgeben oder auf die Zeit nach 17.00h legen können.

Wichtig ist, ob die Arbeitsvermittlung von Ihnen die Bereitschaft für eine Schichtarbeit erwartet. Dann kann es für eine Nebentätigkeit umso schwieriger werden.

Sie müssen der Agentur für Arbeit Ihre Nebentätigkeit spätestens am Tag der Aufnahme melden. Verlassen Sie sich nicht auf die Meldung des Arbeitgebers. Sie sind meldepflichtig. Die Meldung bei der Minijob-Zentrale ist kein Ersatz.

Stundengrenze

Der Umfang der Nebentätigkeit muss "unter" als 15 Std./Wo. bleiben. Maßgebend ist die Kalenderwoche (Mo.-So.). Bereits wenn Sie 15 Std./Wo. arbeiten, sind Sie nicht mehr arbeitslos. Die Arbeitslosengeld-Zahlung wird eingestellt.

Die Arbeitslosigkeit entfällt nicht, wenn die Überschreitung der Stundengrenze

  • gelegentlich
  • von von geringer Dauer

erfolgt. Unbedingt vorher mit der Agentur für Arbeit klären.

Der Verdienst aus der Nebentätigkeit ist dabei unerheblich. Mehrere Nebentätigkeiten werden zusammengezählt. Arbeitsbereitschaft bei Selbstständigen (Öffnungszeiten des Geschäfts) zählt als Arbeitszeit.


Anrechnung eines Nebenverdienstes

Nicht anrechenbares Einkommen

Als Nebeneinkommen zählt das Einkommen, das Sie mit Ihrer Arbeitskraft während des Arbeitslosengeldbezuges erwirtschaften. Müheloses Nebeneinkommen, das Sie nicht mit Ihrer Arbeitskraft erwirtschaften (Zinseinnahmen, Vermietung etc.), wird nicht angerechnet. 

Freibeträge

Zur Verrechnung kommt nur das Netto-Nebeneinkommen. Sie können also die üblichen Abgaben, auch Werbungskosten, vom Einkommen abziehen. Angerechnet wird nur der Betrag, der über den Freibetrag von 165 €/Monat hinausgeht.

Der Freibetrag kann sich erhöhen, wenn Sie

  • in den letzten 18 Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit
  • neben Ihrer versicherungspflichtigen Beschäftigung
  • mindestens 12 Monate
  • unter 15 Stunden in der Woche

nebenher gearbeitet haben.

Der Freibetrag erhöht sich dann auf das durchschnittlichen Einkommen, das in den letzten 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit erzielt wurde.

Die Anrechnung des Nebeneinkommens erfolgt in dem Monat, in dem das Entgelt erarbeitet wurde, nicht im Monat des Zuflusses.

Fundstellen

Nicht anrechenbares Einkommen
Pkt. 155.1.3 der FW zu § 155 SGB III
Links im Dokument lassen sich in Adobe Acrobat öffnen)

15 Std.-Grenze - Bezahlung ist unerheblich
Pkt. 138.3 (1) der FW zu § 138 SGB III

Vermittlungsvorschlag und Nebentätigkeit
Pkt. 138.5.1.2 (4) der FW zu § 138 SGB III


 

Grundlagen

 


 

Begriffe

FW
Fachliche Weisungen


 

Links

Bescheinigung über Nebeneinkommen
und Zusatzblatt zur Nebeneinkommens-Bescheinigung
Bundesagentur für Arbeit

Minijob-Zentrale


 

Flyer

"Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen"
Bundesagentur für Arbeit


 

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