Arbeitsvermittlung - Zeitarbeit - Arbeitslosigkeit - Weiterbildung

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Sonntag, 10 Mai 2020

Weiterbildung abbrechen/ablehnen

Allgemein

Die Zusage einer Weiterbildung durch die Arbeitsvermittlung erfolgt durch Ausstellen eines Bildungsgutscheins. Darin werden die förderbaren Inhalte einer Maßnahme benannt. 

Ablehnung von Bildungsmaßnahmen

Grundsätzliche Ablehnung aller Weiterbildungen

Die Zahlung von Arbeitslosengeld setzt Arbeitsbereitschaft voraus. Dies beinhaltet auch die Bereitschaft zur Teilnahme an Bildungsmaßnahmen (§ 138 Abs. 5 Nr. 4 SGB III).

Die grundsätzliche Ablehnung jeglicher Bildungsmaßnahmen bedeutet, dass Sie nicht "verfügbar" sind. Folge: Das Arbeitslosengeld wird versagt.
Es ist dabei nicht erforderlich, Ihnen eine konkrete Bildungsmaßnahme vorzuschlagen. Es reicht Ihre grundsätzliche Ablehnung. Arbeitslosengeld wird frühestens wieder gezahlt, wenn Sie diese grundsätzliche Ablehnung zurücknehmen.

Ablehnung einer konkreten Weiterbildung

Sie sind grundsätzlich mit Weiterbildungsmaßnahmen einverstanden, lehnen aber die Teilnahme an einer konkret vorgeschlagenen Maßnahme ab. Weiteres Vorgehen:

  • Sie lösen den Bildungsgutschein nicht ein:
    Eine Sperrzeit tritt in der Regel nicht ein, da im Bildungsgutschein nur die fachliche Richtung der Qualifizierung, aber noch keine konkrete Maßnahme benannt ist.
  • Sie haben den Bildungsgutschein bereits eingelöst:
    Wenn Sie die Weiterbildung jetzt nicht antreten, ist eine Sperrzeit möglich. Denn jetzt lehnen Sie eine konkrete Weiterbildung ab.


Abbruch einer Bildungsmaßnahme

Ein selbst verschuldeter Abbruch einer Weiterbildung kann eine Sperrzeit nach sich ziehen. Das Gleiche gilt, wenn Sie schuldhaft von einer Maßnahme ausgeschlossen werden. 

Dagegen liegt bei Abbruch einer Bildungsmaßnahme wegen nahtloser Aufnahme einer Beschäftigung in der Regel ein wichtiger Grund vor, sodass keine Sperrzeit eintritt.  Sprechen Sie immer rechtzeitig mit Ihrem Arbeitsvermittler.

Der Abbruch einer Weiterbildung kann notwendig werden, wenn Sie das Ziel der Weiterbildung nicht mehr erreichen können. Dies kann u. a. wegen längerer Erkrankung der Fall sein. Hier trifft Sie in der Regel kein Verschulden, denn die Krankheit haben Sie ja nicht bewusst herbeigeführt. Der Abbruch wird in diesen Fällen vom Maßnahmeträger bzw. der Agentur für Arbeit veranlasst. Eine Sperrzeit dürfte nicht eintreten.
Der Bildungsträger meldet der Arbeitsvermittlung regelmäßig, ob das Maßnahmeziel noch erreicht werden kann. Reden Sie mit Ihrem Arbeitsvermittler rechtzeitig über häufige Fehlzeiten, bspw. über geplante Operation mit anschließender Fehlzeit.


Erneute Förderung einer Weiterbildung

Grundsätzlich gibt es nach einer geförderten Bildungsmaßnahme keine „Wartezeit“. Eine weitere Förderung ist grundsätzlich jederzeit möglich. Es muss aber immer die Notwendigkeit vorliegen, Ihre Kenntnisse an die Entwicklung des Arbeitsmarktes anzupassen, die Arbeitslosigkeit zu beenden oder einen beruflichen Abschluss nachzuholen. Ob eine dieser Voraussetzungen vorliegt, wird Ihr Arbeitsvermittler vor einer weiteren Förderung neu prüfen.

Vorausgehender Abbruch einer Bildungsmaßnahme

Grundsätzlich bestehen nach einem Abbruch einer Maßnahme meist die gleichen beruflichen Defizite wie vor der Maßnahme. Insofern liegen Gründe für eine Förderung weiter vor. Wurde die vorhergehende Maßnahme abgebrochen, spielt der Grund für den Abbruch aber eine wesentliche Rolle. Ein erneuter Abbruch muss vermieden werden. Lag der Grund des Abbruchs bei Ihnen, wird ein neuer Bildungsgutschein nur dann ausgestellt, wenn ein erfolgreicher Abschluss der Maßnahme zu erwarten ist. Das kann bedeuten, dass Ihre Eignung durch den Berufspsychologischen Dienst (BPS) abgeklärt wird.

Fundstellen

FW = Fachliche Weisung

Nichteinlösung eines Bildungsgutscheines
Pkt. 159.1.1.4 letzter Satz der FW zu § 159 SGB III

Verhaltensbedingter Abbruch einer Maßnahme
Pkt. 159.1.1.5 der FW zu § 159 SGB III

Grundsätzliche Ablehnung von Bildungsmaßnahmen
Pkt. 138.5.2 (4) der FW zu § 138 SGB III


 

Grundlagen

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